LEXIKON
Die interne Qualitätskontrolle ist die laufende Überwachung eines Analysenverfahrens durch das Labor selbst: Mit jeder Messserie laufen Kontrollproben bekannten Gehalts mit, deren Ergebnisse dokumentiert und über die Zeit verfolgt werden. Sie ist die tägliche Ergänzung zur externen Qualitätskontrolle durch Ringversuche.
Die interne Kontrolle beantwortet die Frage, ob das Verfahren heute so arbeitet wie gestern. Die externe Kontrolle beantwortet die Frage, ob es genauso arbeitet wie das Verfahren anderer Labore. Erst beides zusammen trägt einen forensisch verwertbaren Befund. Die Begutachtungsleitlinien formulieren die Erwartung an die Laboratorien knapp: Ihre Analysen müssen den Ansprüchen moderner Qualitätssicherung genügen, wofür die erfolgreiche Teilnahme an Ringversuchen ausdrücklich als Beispiel genannt wird.
Aus den Ergebnissen der Kontrollproben leitet das Labor seine Laborpräzision ab. Diese geht zusammen mit den Ringversuchsdaten in die Schätzung der Messunsicherheit ein, die die GTFCh genau auf diesem Weg vorsieht. Für die Haaranalytik hat die Schweizer SGRM den Streubereich auf ± 30 % harmonisiert. Diese Spanne ist kein Schönheitsfehler, sondern eine Rechengröße: Bei Entscheidungen nahe einem Cut-off ist sie zugunsten der betroffenen Person zu berücksichtigen.
Weicht eine Kontrollprobe aus dem erwarteten Bereich ab, ist die gesamte Messserie fraglich und wird wiederholt. Das ist der Grund, warum ein Labor Befunde manchmal später liefert als geplant – die Alternative wäre ein Ergebnis, das im Streitfall nicht standhält.
Für Abstinenzkontrollen verlangt das Kriterium CTU 3 eine Akkreditierung nach DIN EN ISO/IEC 17025 für forensische Zwecke. Daraus folgen unter anderem: die Aufzeichnung der Kette des Verbleibs ab Probeneingang, die Validierung aller technischen Verfahren vor ihrem Gebrauch, die Rückführbarkeit jeder Seite eines Falldokuments auf die auswertende Person, dokumentierte Personalkompetenz und die Teilnahme an Eignungsprüfungen. Die interne Qualitätskontrolle ist der Teil dieses Systems, der jeden Tag läuft.
Die Rohdaten der internen Kontrolle sind laborinterne Qualitätsaufzeichnungen und nicht Bestandteil des Laborbefunds. Erkennbar wird das System über die Akkreditierung und über die im Befund ausgewiesene Methode und Messunsicherheit.
Sie entscheidet darüber, ob Ihr Ergebnis überhaupt freigegeben wird. Fällt die Kontrollprobe der Serie aus dem Rahmen, wird nicht Ihr Wert korrigiert, sondern die Messung wiederholt.
Nein. Akkreditierung sichert ein überprüfbares System, keine Unfehlbarkeit. Genau deshalb verlangen die Regelwerke zusätzlich eine Bestätigungsanalyse mit einem zweiten, unabhängigen Verfahren.
Stand der fachlichen Angaben: August 2026. Grundlagen: Richtlinien der GTFCh zur Qualitätssicherung, DIN EN ISO/IEC 17025:2018, Beurteilungskriterien 5. Auflage 2026 (DGVP/DGVM), Kriterium CTU 3, Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahreignung (BASt, Stand 01.06.2022).
Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts- oder MPU-Beratung. Keine Definition in diesem Lexikon erlaubt eine automatische Zuordnung, Diagnose oder Prognose für Ihren konkreten Fall.
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