LEXIKON

Psilocybin

Psilocybin ist der Inhaltsstoff halluzinogener Pilze, aus dem im Körper der eigentlich wirksame Stoff Psilocin entsteht. Fahreignungsrechtlich fällt es unter das Betäubungsmittelrecht; analytisch gehört es zu den Substanzen, für die weder das Konsenspapier von 2021 noch die deutsche CTU-Praxis einen Cut-off nennen.

Ausgangsstoff und Wirkstoff auseinanderhalten

Psilocybin ist die Verbindung, die in der Pflanze vorliegt; Psilocin ist das im Stoffwechsel entstehende Abbauprodukt, das die Wirkung trägt. Für die Interpretation eines Befundes ist diese Unterscheidung nicht nebensächlich: Der Nachweis des Metaboliten belegt die Körperpassage, während die Ausgangsverbindung isoliert betrachtet eine schwächere Aussage trägt. Wer beide Begriffe synonym verwendet, verschenkt genau die Trennschärfe, auf die es in einem Befundbericht ankommt.

Kein Standardpanel, kein Konsenswert

Das Konsenspapier der Society of Hair Testing zu Drogen im Haar von 2021 nennt Cut-offs für Morphin, Codein und Dihydrocodein (je 200 pg/mg), Kokain (500 pg/mg), Amphetamin, Methamphetamin, MDMA, MDA und MDEA (je 200 pg/mg), THC (50 pg/mg) sowie einzelne weitere Stoffe. Psilocybin gehört nicht dazu. Auch die deutschen CTU-Tabellen führen keinen Wert. Eine Untersuchung ist deshalb nur als gezielte Beauftragung möglich, mit Bewertung gegen die laborinterne, validierte Bestimmungsgrenze nach den Anforderungen der GTFCh. Wer eine entsprechende Fragestellung hat, muss sie ausdrücklich in die Nachweisstrategie aufnehmen lassen; ein Routinescreening erfasst den Stoff nicht.

Einordnung nach BtMG und Fahrerlaubnisrecht

Psilocybinhaltige Pilze unterfallen dem Betäubungsmittelgesetz. Fahreignungsrechtlich greifen § 14 FeV und Anlage 4 Nummer 9 der Fahrerlaubnis-Verordnung. Nach Nummer 9.1 besteht bei Einnahme von Betäubungsmitteln keine Eignung; Nummer 9.5 sieht die Wiederherstellung nach einjähriger Abstinenz vor. § 14 Absatz 2 FeV bestimmt zudem, dass eine medizinisch-psychologische Untersuchung anzuordnen ist, wenn die Fahrerlaubnis aus einem der Gründe des Absatzes 1 entzogen war oder zu klären ist, ob noch Abhängigkeit oder Einnahme besteht. Die Begutachtungsleitlinien verlangen in Kapitel 3.14.1 für den Nachweis mindestens vier unvorhersehbar anberaumte Laboruntersuchungen in unregelmäßigen Abständen innerhalb der Jahresfrist; die Beurteilungskriterien konkretisieren dies mit Programmdauer und Kontrollzahl.

Häufige Fragen

Taucht Psilocybin in einem üblichen Drogenscreening auf?

Nein. Die Standardpanels sind auf andere Stoffgruppen ausgerichtet; eine gezielte Beauftragung ist erforderlich.

Wie lange ist Psilocybin nachweisbar?

Belastbare Nachweisfensterzahlen liegen in den hier ausgewerteten Quellen nicht vor; sie werden deshalb nicht genannt. Maßgeblich sind die Angaben des beauftragten Labors.

Ändert der legale Status in anderen Ländern etwas?

Für das deutsche Fahrerlaubnisrecht nicht. Maßgeblich sind das Betäubungsmittelgesetz und Anlage 4 der Fahrerlaubnis-Verordnung.

Verwandte Begriffe

Verwandte Bezeichnungen: psilocybinhaltige Pilze. Zur Substanzgruppe insgesamt siehe die Darstellung halluzinogener Pilze auf der Schwesterseite. Stand der fachlichen Angaben: August 2026. Grundlagen: Konsenspapier der Society of Hair Testing (2021), Richtlinien der GTFCh, Fahrerlaubnis-Verordnung, Begutachtungsleitlinien (Stand 01.06.2022), Beurteilungskriterien 5. Auflage 2026.

Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts- oder MPU-Beratung. Keine Definition in diesem Lexikon erlaubt eine automatische Zuordnung, Diagnose oder Prognose für Ihren konkreten Fall.

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