LEXIKON
Die Einladungsfrist ist die Zeitspanne zwischen der Benachrichtigung über einen Kontrolltermin und der Probenabgabe. In Abstinenzkontrollprogrammen ist sie bewusst kurz gehalten, damit die Kontrolle unvorhersehbar bleibt. Wie kurz sie sein darf, unterscheidet sich deutlich zwischen Urinkontrollen und Haaranalysen.
Für Urinkontrollen beträgt die Vorlaufzeit zwischen Einbestellung und Probenabgabe höchstens 24 Stunden. Diese Enge ist der eigentliche Sinn der Regel: Ein längerer Vorlauf würde das Nachweisfenster kurzlebiger Substanzen unterlaufen und die Aussagekraft des gesamten Programms entwerten. Die 5. Auflage der Beurteilungskriterien hat diese Systematik verschärft, indem sie den früheren fünftägigen Einbestellzeitraum bei Alkoholkonsumkontrollen gestrichen hat. Wer sich auf ältere Merkblätter mit einer Fristangabe von fünf Tagen stützt, arbeitet mit veralteten Angaben.
Haartermine sind planbar und werden in der Praxis rund 14 Tage im Voraus angekündigt. Das ist kein Widerspruch, sondern folgt aus der Sache: Das Haar bildet einen zurückliegenden Zeitraum ab, den ein Vorlauf von zwei Wochen nicht verändern kann. Neu ist mit der 5. Auflage, dass Haaranalysen zur Überbrückung von Abwesenheiten auch prospektiv angemeldet werden dürfen.
Weil die Frist so kurz ist, verlagert sich die Anforderung auf die Erreichbarkeit. Wer die Benachrichtigung nicht rechtzeitig zur Kenntnis nimmt, steht wie jemand da, der nicht erschienen ist. Nichterscheinen, Nichterreichbarkeit und verspätetes Erscheinen führen nach den CTU-Kriterien zum Programmabbruch; einen Ersatztermin gibt es nicht. Praktisch bedeutet das: der hinterlegte Kommunikationsweg muss täglich geprüft werden, Rufnummern- und Adressänderungen sind sofort zu melden.
| Situation | Frist |
|---|---|
| Urinkontrolle, Vorlauf bis Probenabgabe | höchstens 24 Stunden |
| Haaranalyse, Ankündigung | etwa 14 Tage vorher |
| Erkrankung | Meldung am Terminmorgen, Reiseunfähigkeitsbescheinigung innerhalb von 3 Werktagen |
| Urlaub oder Auslandsaufenthalt | Anmeldung mindestens 3 Werktage vorher |
Eine gewöhnliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung genügt bei Krankheit nicht; verlangt ist die ärztliche Feststellung der Reiseunfähigkeit. Auch bei lückenlos attestierten Fehlzeiten bleibt ein Abbruch möglich, wenn sie sich häufen.
Höchstens 24 Stunden bis zur Probenabgabe, und viele Institute setzen den Termin innerhalb dieses Fensters konkret fest. Die Frist ist eine Obergrenze, kein Anspruch auf einen vollen Tag.
Die 5. Auflage stellt für Abwesenheiten ausdrücklich klar, dass eine Woche sieben Kalendertage einschließlich Sonn- und Feiertagen umfasst. Fristen laufen also kalendarisch und nicht nach Werktagen, soweit nicht ausdrücklich Werktage genannt sind.
Beruflich bedingte Terminkollisionen sind kein anerkannter Verhinderungsgrund. Planbare Abwesenheiten müssen im Voraus über die Urlaubsregelung angemeldet werden, kurzfristige Verschiebungen sind nicht vorgesehen.
Synonyme: Einbestellungsfrist, Vorlaufzeit. Stand der fachlichen Angaben: August 2026. Grundlagen: Beurteilungskriterien 5. Auflage 2026 der DGVP/DGVM, insbesondere CTU 1, sowie die Durchführungsbedingungen akkreditierter Kontrollstellen.
Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts- oder MPU-Beratung. Keine Definition in diesem Lexikon erlaubt eine automatische Zuordnung, Diagnose oder Prognose für Ihren konkreten Fall.
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