Methode & Ablauf

Wie eine Haaranalyse funktioniert — und was sie nachweisen kann

Vom Haarwachstum über die Probenentnahme bis zum akkreditierten Laborbefund: Hier erklären wir, worauf der Nachweis technisch beruht und welche Substanzen geprüft werden.

Grundlagen

Warum das Haar ein Gedächtnis für Substanzen ist

Während der Wachstumsphase wird das Haar über Blutgefäße an der Haarpapille mit Nährstoffen versorgt — dabei können auch Fremdstoffe wie Drogen oder Alkoholabbauprodukte in die Haarmatrix eingelagert werden. So entsteht ein zeitlich zuordenbarer Nachweis.

Menschliches Haar besteht aus Haarschaft und Haarfollikel. Der Haarschaft wächst kontinuierlich und lagert dabei ein, was über den Blutkreislauf zugeführt wird — einschließlich Abbauprodukten von Alkohol oder Drogen. Dieser Mechanismus macht das Haar zu einem rückblickenden, zeitlich einordenbaren Nachweismedium.

Im Schnitt wächst Haar etwa 1 cm pro Monat, die GTFCh nennt eine Spanne von etwa 0,5 bis 1,5 cm. Diese Wachstumsrate ist die Grundlage dafür, dass ein Haarabschnitt einem bestimmten Zeitraum zugeordnet werden kann.

≈ 1 cm

durchschnittliches Haarwachstum pro Monat (individuell Spanne ca. 0,5–1,5 cm) — die Basis für die zeitliche Zuordnung eines Abstinenznachweises.

Anagene Phase · Haar wächst, Substanzen werden eingelagert Wachstumsphase

Kontinuierliche Neubildung des Haares, Nährstoff- und damit auch Substanzeinlagerung findet statt.

Katagene Phase · Wachstum endet, Einlagerung stoppt Übergangsphase

Die Nährstoffzufuhr über die Haarpapille stoppt.

Telogene Phase · Haar ruht, bevor es ausfällt Ruhephase

Das Haar verbleibt zunächst in der Kopfhaut, bevor es ausgestoßen wird.

Nachweisspektrum

Welche Substanzen geprüft werden

Unser Kooperationslabor prüft je nach Anlass auf folgende Substanzgruppen:

THC / Cannabinoide
Opiate
Kokain
Amphetamine
Methadon
Opioide (optional)
Ethylglucuronid (EtG) — Alkohol
Der Nachweis von Alkoholabstinenz erfolgt über den Marker Ethylglucuronid (EtG), einen Abbaustoff von Alkohol, der sich im Haar einlagert.

Ablauf

So läuft Ihre Haaranalyse ab

1

Kostenloses Beratungsgespräch

Wir klären gemeinsam Kosten, Terminplanung, mögliche Einflussfaktoren auf das Ergebnis und Abbruchkriterien Ihres Kontrollprogramms.

2

Passendes Kontrollprogramm festlegen

Die erforderliche Abstinenzdauer und das passende Programm werden individuell geprüft — ein falsch gewähltes Programm kann später zu unnötigen Kosten und Zeitverlust führen.

3

Probenentnahme in Remagen

Medizinisches Fachpersonal nimmt die Haarprobe vom Hinterkopf ab, an mehreren Nachmittagen pro Woche möglich — Ihre Personaldaten werden anhand eines gültigen Ausweises erfasst.

4

Analyse im akkreditierten Kooperationslabor

Die Probe wird bei einem nach DIN EN ISO/IEC 17025 akkreditierten Labor auf die vereinbarten Substanzen untersucht.

5

Gerichtsverwertbarer Befund

Sie erhalten einen forensisch verwertbaren Abstinenznachweis zur Vorlage bei Behörde, Gutachter oder Gericht.

Laboranalyse der Haarprobe

Laboranalyse im akkreditierten Kooperationslabor

DIN EN ISO/IEC 17025 zertifiziert

Qualität & Rechtssicherheit

Ein Nachweis, der Bestand hat

  • Kooperationslabor akkreditiert nach DIN EN ISO/IEC 17025 für forensische, gerichtsverwertbare Zwecke.
  • Rückwirkender Nachweis möglich — bis zu 3 Monate bei Alkohol, bis zu 6 Monate bei Drogen.
  • Individuelle Programmlaufzeit von 6 oder 12 Monaten bei Haaranalysen, bis zu 15 Monaten bei Urinkontrollprogrammen, je nach Befund und Anlass.

Wichtig für die Probe

Unbehandeltes Haar

Gebleichte, colorierte, gefärbte oder getönte Haare eignen sich nicht für die Analyse. Bitte kosmetische Behandlungen vorab mitteilen und Orte mit möglichem Passivkonsum vor der Entnahme meiden.

Fragen zu Ihrem Nachweis?

Im kostenlosen Beratungsgespräch klären wir, welches Programm zu Ihrem Anlass passt.